Wie für vieles im Leben gilt für die obige Frage – die Menge macht’s. Nicht umsonst spricht man vom Kaffeegenuss. Und für das Genießen galt schon immer: Qualität vor Quantität. Verantwortlich dafür, dass der Kaffee in Maßen getrunken werden sollte, ist ein besonderer Inhaltsstoff – Koffein. Das bedeutet aber nicht, dass das mit Abstand beliebteste Heißgetränk der Deutschen nicht auch über äußerst positive Eigenschaften verfügen würde. Gerade ältere Menschen dürften mit Interesse die Berichte verfolgen, die Wissenschaftler auf Basis ihrer Beobachtungen auf einer griechischen Insel veröffentlichten. Kaffee scheint demnach ein regelrechter Jungbrunnen zu sein.

Kaffee und seine gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe

Die Quizfrage könnte lauten: „Wo in Europa leben so viele gesunde 90-Jährige wie kaum sonst auf der Welt?“ Die Antwort: „Auf der griechischen Insel Ikaria!“ Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arterienverkalkung finden sich hier so gut wie gar nicht. Warum das so ist, wollte auch der Forscher Gerasimos Siasos von der Universität Athen wissen und stieß gemeinsam mit seinen Kollegen auf einen besonderen Faktor: Kaffee. Oder besser gesagt, den speziellen Kaffeekonsum der Insulaner. Wie im Mittelmeerraum gebräuchlich, kochen die Inselbewohner das Kaffeepulver zusammen mit Wasser mehrfach auf, bis der landestypische Mokka entsteht. Durch dieses „Brühverfahren“ enthält der Kaffee weniger Koffein, ist dafür aber reich an Antioxidantien und Polyphenolen. Antioxidantien entschärfen die „freien Radikale“, die beim Stoffwechsel entstehen und Zellen schädigen können. Polyphenole wie die Chlorogensäure wirken sich positiv auf den Insulin- und Zuckerstoffwechsel aus (geringeres Diabetes-Typ-2 Risiko).

Cappuccino aus dem Kaffeeautomaten

Die Unterschiede beim Kaffee – auf Herstellung und Zubereitung kommt es an

Wie hoch der Koffeingehalt im Kaffee ist, hängt von der Kaffeebohne selbst, dem Röstverfahren sowie der Zubereitung im Kaffeeautomat guter Qualität ab. Der Espresso eines Herstellers kann lediglich 50 mg Koffein enthalten, während der Espresso der Konkurrenz es auf ca. 300 mg bringt. Bei den Formen der Zubereitung lässt sich feststellen, dass der Koffeingehalt beim Filterkaffee höher als beim Espresso ist. Dafür hat Filterkaffee den Vorteil, dass die Inhaltsstoffe Kahweol und Cafestol, die zum Anstieg es LDL-Cholesterins führen können, am Papierfilter hängen bleiben. Wer im Büro oder gemütlich zu Hause seinen Kaffee genießen will, muss bei einer Menge von bis zu fünf Tassen am Tag aber kein schlechtes Gewissen bekommen. Im Jahr 2014 wertete ein Ärzteteam aus Bosten 36 Kaffee-und-Herz-Studien aus. Sie kamen wie ihre Kollegen aus Korea zu dem Ergebnis, dass in den Arterien der Probanden, die bis zu fünf Tassen Kaffee täglich tranken, am wenigsten Kalk „klebte“. Molekularbiologe Frank Madeo und der Mediziner Guido Kroemer fanden im gleichen Jahr heraus, dass Kaffee die sogenannte „Autophagie“ auslöst – ein Reinigungsprozess in den Zellen von Herz, Leber und der Muskulatur.

Behauptungen zum Kaffee – richtig oder falsch?

Kaffee ist zweifelsohne ein Muntermachen. Es dauert in etwa 40 Minuten, bis das Koffein im Körper seine anregende Wirkung entfaltet. Wobei mehrere Tassen, über den Tag verteilt, eine bessere Wirkung erzielen als ein großer Pott Kaffee morgens. Eine zu hohe Dosis Koffein kann aber zu Erschöpfungszuständen, Muskelproblemen und Kaliummangel führen. Bis heute sind die zahlreichen anderen Inhaltsstoffe im Kaffee und ihre Wechselwirkung nicht vollkommen entschlüsselt. Kaffee wirkt auf jeden Fall gefäßerweiternd und wird bei Asthma, Kopfschmerz oder Herzschwäche eingesetzt. Gerade Senioren profitieren von der besseren Hirndurchblutung und profitieren von der erhöhten Reaktionsgeschwindigkeit und Aufnahmebereitschaft des Gehirns. Wie neueste Untersuchungen belegen, minimiert der regelmäßige Kaffeekonsum das Risiko, an Gallensteinen zu erkranken, da Kaffee die Gallensekretion und Magensäureproduktion anregt. Zudem bringt Kaffee Magen und Darm in Schwung und beugt Dickdarm- und Leberkrebs vor. Kaffee ist zwar kein „Flüssigkeitsräuber“, aber dennoch leicht harntreibend. Außerdem kein Ersatz für einen Durstlöscher wie Wasser. Da Föten und Säuglingen das Enzym für den Abbau von Koffein fehlt, sollten schwangere und stillende Mütter äußerste Vorsicht beim Kaffeegenuss walten lassen.

Fazit:
Wer keine Beschwerden hat, bei denen Kaffee generell ungünstig ist (z. B. Magenprobleme, Bluthochdruck), muss sich bei bis zu fünf Tassen Kaffee, über den Tag verteilt getrunken, keine großen Gedanken über gesundheitliche Probleme machen. Im Gegenteil – heute belegen zahlreiche Studien, dass Kaffee dem Körper viel Gutes tun kann. Dennoch ist Kaffee kein Durstlöscher und Ersatz für die täglich benötigte Wassermenge. Wichtig für die Bekömmlichkeit ist neben der Kaffeesorte vor allem die fachgerechte Zubereitung im Kaffeeautomaten.

Besondere Spezialitäten wie zum Beispiel Cappuccino bietet ein Kaffeevollautomat, den man sich bei häufigem Genuss kaufen oder auch mieten kann.