Älteren Menschen stehen heute mehr Alternativen zum Wohnen zur Verfügung als früher. Sie können unter verschieden Konzepten auswählen und sich für eine Wohnform entscheiden, die zu ihrer gesundheitlichen und familiären Situation und ihren finanziellen Möglichkeiten passt. Dabei wünschen sich die meisten so viel Selbstständigkeit wie möglich, aber nur so viel Hilfe, wie nötig.

Ein recht hohes Maß an Selbstständigkeit bietet das Betreute Wohnen für alle, die sich noch relativ gut versorgen können, aber nicht auf schnelle Hilfe im Notfall verzichten möchten. In einer Einrichtung des Betreuten Wohnens beziehen Senioren eine eigene Wohnung, haben alle nötigen Einrichtungen wie die Sozialstation in ihrer Nähe und können über das Notruftelefon in der Wohnung rasch Hilfe bekommen.

Wohnanlagen für Betreutes Wohnen sind oft an Senioren- oder Pflegeheime angebunden. Das macht im Pflegefall einen schnellen Umzug möglich, ohne dass der Betroffene sich auf eine neue Umgebung einlassen muss. Die Wohnungen können angemietet oder gekauft werden. Zum Mietpreis gehören die Kosten für Grundleistungen wie Hausnotruf mit 24- Stunden- Bereitschaft, regelmäßige Beratungen und die Organisation von Hilfsdiensten bei Bedarf. Wahlleistungen wie Mahlzeitenservice, Hausmeisterdienste, hauswirtschaftliche, pflegerische und therapeutische Hilfen und verschiedene Freizeitangebote werden gesondert nach Inanspruchnahme abgerechnet.

Auch das Verbleiben in der eigenen, angestammten Wohnung oder dem eigenen Haus ist unter bestimmten Voraussetzungen bis ins hohe Alter möglich. Dazu müssen An- und Umbauten für ein altersgerechtes Wohnen so früh wie möglich geplant und durchgeführt werden. Hilfe gibt es von speziellen Beraterstellen, die mit den nötigen Bauvorschriften und Finanzierungsmöglichkeiten vertraut sind. Bei Pflegebedürftigkeit zahlt die Pflegekasse bis zu 4000 Euro für jede notwendige Umbaumaßnahme; im anderen Fall können bestimmte Kredite beantragt werden.

Umbaumaßnahmen richten sich nach Wunsch und Bedarf des Bewohners. Für ein altersgerechtes Wohnen kann Barrierefreiheit in allen Räumen, das Anbringen von Haltegriffen oder der Einbau eines Treppenlifts notwendig sein. Je nach Bedarf stehen den Senioren Hausnotruf, Lieferdienste, Essen auf Rädern und andere Dienste rund um Haus und Garten zur Verfügung.

Mehr-Generationen-Häusern liegt das Konzept der früher selbstverständlichen Wohnform zu Grunde, bei der mehrere Generationen unter einem Dach lebten, sich gegenseitig unterstützten und voneinander lernten. Mit dieser Wohnform soll die Kommunikation zwischen Alt und Jung wieder belebt werden. Möglich ist die gegenseitige Hilfe bei der Haushaltsführung, in der Kinderbetreuung oder Unterstützung im Krankheitsfall. In der Regel sind barrierefreie Gemeinschaftsräume und Gartenanlagen vorhanden, die von allen genutzt werden können. Abgeschlossenen Wohneinheiten garantieren für jeden Bewohner die nötigen Rückzugsmöglichkeiten.

Für Haus- und Wohngemeinschaften gilt das Konzept der Interessengemeinschaft. Gleichgesinnte finden sich zusammen und können die zukünftigen Mitbewohner selbst bestimmen. Das Leben in einer gemeinsamen Wohnung für Senioren gestaltet sich finanziell gesehen für den einzelnen relativ günstig. Miete, Nebenkosten und Kosten für den Lebensunterhalt werden gleichmäßig aufgeteilt. Jeder hat sein eigenes Zimmer, in das er sich zurückziehen kann. Gemeinsam werden Freizeitaktivitäten geplant und durchgeführt; die Gemeinschaftsaufgaben wie Kochen und Putzen werden auf alle verteilt.

Will eine Seniorengemeinschaft ein Haus beziehen, muss sie mit höheren Kosten rechnen. Unter Umständen können hier Darlehen, Kredite oder Stiftungsmitteln zur Mitfinanzierung beantragt werden. Eine detaillierte Zusammenfassung zu Wohnkonzepten und Änderungen durch die Pflegereform 2015 in Punkto Finanzierungs-, sowie Leistungsfragen liefert der kostenlose Ratgeber „Wohnen und Leben im Alter – alles was Sie wissen müssen“.