Die demografische Entwicklung in Deutschland spricht eine klare Sprache. In etwa jeder Dritte wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2050 dann 60 Jahre oder älter sein. Und schon heute nehmen Senioren in unserer Gesellschaft einen wichtigen und durch ihre Lebensleistung vor allem wohlverdienten Raum ein. Gerade um Räume und Unterkünfte soll es in diesem Artikel gehen. Wer sagt denn, dass Wohnen im Alter obligatorisch im Altersheim oder einer vergleichbaren Einrichtung stattfinden muss? Immer mehr Senioren werden selbst aktiv und interessieren sich für alternative Wohnformen. Eine gute Entscheidung – und kein Platz für Vorurteile.

Die „Alten-WG“ – viel besser als ihr Ruf

Schon die Bezeichnung hört sich nicht besonders einladend ein. Zum einen taucht vor dem geistigen Auge eine Wohngemeinschaft auf, die sich mit körperlichen Gebrechen schwermütig durch die Wohnung kämpft – zum anderen setzt es einem in den Kopf, dass in einer Alten-WG ein „Junger“ bestimmt nichts zu suchen hat. Nennen wir es doch einfach WG und lassen das „Altsein“ in der Schublade. Die WG ist den heutigen Senioren vermutlich ohnehin aus der Studienzeit bekannt. Frei nach dem Motto: Gleich und Gleich gesellt sich gern, ist es zudem nur logisch, dass sich WG-Bewohner im etwa gleichen Lebensabschnitt zusammenfinden werden. Aber es wäre ein Fehler, hier auf stur zu schalten. Vorbildliche Beispiele gibt es genug.

Alt und Jung – vereint unter einem Dach

Warum nicht aus der (Wohnungs-)Not eine Tugend machen, sagen sich beispielsweise viele Studenten und Senioren. In manchen Regionen ist es für Studenten fast unmöglich einen bezahlbaren Wohnraum zu finden. Im Gegenzug verfügen Senioren häufig über freien Platz im Zuhause, nachdem die Kinder aus dem Haus und weiter weggezogen sind. Spezielle Projekte bringen Studenten und Senioren zusammen und lassen beide Parteien davon profitieren. Denn fast immer sind Senioren im Alter noch geistig fit und brauchen lediglich ein wenig Hilfe bei den täglichen anfallenden Aufgaben (z. B. Einkaufen, behördliche Erledigungen, etc.). Der Student hilft hier gerne aus und erfreut sich im Gegenzug über eine günstige Miete. Wie Nachfragen zeigen, wird das von beiden Parteien keinesfalls als lästig empfunden, sondern Alt und Jung zollen sich gegenseitig Respekt.

Mehrgenerationenhäuser – von Beginn an vorausschauend planen

So neu ist der Gedanke der Mehrgenerationenhäuser nicht. Es ist noch gar nicht so lange her, da war es durchaus üblich, dass drei, bisweilen sogar vier Generationen unter einem Dach lebten. Mehrgenerationenhäuser greifen diesen Gedanken wieder auf und lassen entsprechende Bauprojekte entstehen. In der Regel ist es so, dass jede Partei über eine abgeschlossene Wohnung verfügt – die Gemeinschaftsräume sind indessen allen zugänglich. Auch hier zeichnet sich das Ideal des gemeinschaftlichen Wohnens über die gegenseitige Anteilnahme und Unterstützung im Alltag ab. Der große Vorteil: Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Neubau, bei dem sich die wenigsten Bauherren Gedanken über eine spätere körperliche Einschränkung machen, sind Mehrgenerationshäuser schon bei der Planung darauf ausgerichtet. So kommt es beispielsweise mit einem Homelift zu mehr Lebensqualität, der Alt aber auch Jung (z. B. schwere Lasten in den 1. Stock bringen) das Leben erleichtert.

Die beste „Wohnalternative“ im Alter – gar nicht erst ausziehen

Das selbstbestimmte Leben in den eigenen vier Wänden auch in hohem Alter ist noch immer das erklärte Ziel für die meisten Senioren. Warum also nicht das eigene Heim den jeweiligen Anforderungen anpassen – und dabei selbst eine neue Wohngemeinschaft gründen? Eventuelle Kosten für Umbaumaßnahmen könnten so auf mehrere Personen verteilt werden. Das könnte je nach Umfang der Umbaumaßnahmen mit späteren Mietzahlungen verrechnet werden, oder die Geldgeber werden zu Miteigentümern. Denn wieso das „Betongold“ einsam in den vier eigenen Wänden horten? Das letzte Hemd hat ohnehin keine Taschen. Es dauert vielleicht ein wenig, bis sich die Richtigen zusammenfinden – aber in der Gemeinschaft fällt dann vieles leichter. Auch z. B. für Gehbehinderte, die mit einem nachträglich installierten Homelift problemlos ins obere Stockwerk gelangen. So ein Senkrechtlift lässt sich im Übrigen auch außen am Haus montieren, falls es die Innenarchitektur des Gebäudes nicht zulassen sollte.

Es gibt demnach einige interessante Alternativen zu einem betreuten Wohnen im Altersheim. Es erfordert nur ein bisschen Mut, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, auf den Anderen zuzugehen. Viel Erfolg beim über den Tellerrand hinausdenken und neue Kontakte knüpfen.

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