Bildquelle:  usabilityblog.deEgal was man braucht – es gibt eine App dafür. So wirbt Apple für die zahlreichen Apps (Applikationen, Programme) für sein Kult-Handy iPhone. Vielleicht gibt es auch bald eine App, die das iPhone für Senioren zugänglich macht. Moritz Keck hat im Rahmen seiner Diplomarbeit „Die Generation Plus und das iPhone – Nutzungsverhalten und neue Möglichkeiten“, die er im Sommersemester 2009 an der Hochschule Darmstadt eingereicht hat, ein interessantes Anwendungskonzept entwickelt.

Bei seinen Feldversuchen konnte Keck feststellen, dass die Älteren das iPhone als sehr schick empfanden aber – im Gegensatz zu der sonst jüngeren Apple-Zielgruppe – Probleme mit dem Touchscreen und der fehlenden Tastatur hatten. Auch die vielen Symbole, die eigentlich die Navigation vereinfachen sollen, sind für Senioren meist nicht so leicht verständlich wie für die Jüngeren. Kecks Konzept reduziert die Navigationssymbole auf 5 wichtige Funktionalitäten wie Telefon, SMS, Wecker, „mehr“ und einer Art Notruf-Service. Das Ziel ist dabei klar: Auch Senioren bevorzugen eher Lifestyle-Produkte die schick sind und sie nicht als Randgruppe oder gar Menschen mit körperlichen Einschränkungen denunzieren.

Manches am Markt erhältliche Seniorenhandy oder Telefon sieht etwas altbacken aus oder ist so groß, dass man es kaum als handlich bezeichnen kann. Da wäre das von Moritz Keck erdachte Konzept ein deutlicher Sprung nach vorne. Apple zeigt aber wohl bisher kein Interesse an dem Prototypenkonzept, das sogar den Science Award des eResult Usability Contests 2009 gewonnen hat.