Richard Geiler tritt in die Pedale, eine letzte Kraftanstrengung, dann steht er mit seinem Rennrad auf dem Alpenpass Biehler Höhe auf 2032 Meter Höhe. Der begeisterte Freizeitsportler ist gerade 60 Jahre alt geworden. Er blickt zurück auf die Silvretta Hochalpenstraße und einen mehrstündigen, fahrerisch anspruchsvollen Anstieg über mehrere Hundert Höhenmeter. Die vorbeikommenden, jüngeren Radler zollen ihm Respekt und Anerkennung für diese Leistung. Was sie nicht wissen: Richard Geiler hat den Anstieg mit zwei künstlichen Hüftgelenken aus Titanstahl bewältigt.

Arthrose mit 39 Jahren

10000 Kilometer auf dem Rennrad: Das ist das Pensum, das der sportliche Mann jedes Jahr absolviert, nachdem er vor nicht allzu langer Zeit Zweifel hatte, jemals wieder ein Rennrad besteigen zu können. Dass er heute mit seinen Leistungen selbst Profis als sportliches Vorbild dient, verdankt er zwei erfolgreichen Hüftgelenk-Operationen.

Rückblende: Richard Geiler war gerade einmal 39 Jahre alt, als bei ihm Hüftgelenks-Arthrose diagnostiziert wurde. Ein Schock – dem Jahre voller Schmerzen folgten und die Angst, niemals wieder ein Rad besteigen zu können. Der Fußballer und Radrennfahrer scheute zunächst die Operation. Doch dann wurden die Schmerzen so stark, dass er nicht einmal mehr seine Schuhe zubinden konnte. 1996 folgte die erste Hüftgelenksoperation an der Klinik für Orthopädie des Ortenau Klinikum.

Volksleiden Arthrose

„Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens von Arthroseschmerzen betroffen“, sagt Dr. Bruno Schweigert. Der 53 Jahre alte Mediziner ist Chefarzt für Spezielle Orthopädie am Ortenau Klinikum und hat in seinem Berufsleben schon mehr als 5000 endoprothetische Operationen durchgeführt. Er weiß, dass mehr und mehr jüngere Patienten von Gelenkbeschwerden und Arthrose betroffen sind – Menschen, die mitten im Berufsleben stehen, Menschen wie Richard Geiler. Doch die Behandlung in spezialisierten Krankenhäusern wie dem Ortenau Klinikum ist heutzutage ausgereift und meist nur von kurzer Dauer. Schon nach wenigen Tagen können die Patienten die Gelenke wieder belasten.

Beispiel Richard Geiler: 2007 folgte die zweite Operation durch Dr. Schweigert, bei der auch sein zweites Hüftgelenk erfolgreich ersetzt wurde. Richard Geiler erinnert sich: „Am 18. Dezember war der OP-Termin. Fünf Wochen später, am 26. Januar, saß ich bereits wieder auf dem Rennrad.“

Endoprothetik Ortenau

Die Endoprothetik Ortenau (www.endoprothetik-ortenau.de) umfasst vier Fachkliniken des Ortenau Klinikums, die zusammen jährlich mehr als 2000 endoprothetische Operationen an Hüften und Kniegelenken durchführen – dies sind mehr als 5 % der 2008 in Baden-Württemberg erfolgten Endoprothese-Operationen (insgesamt 19364 Hüft- und 17353 Knie-Operationen). Die medizinische Fachwelt teilt die Auffassung, dass es für den nachhaltigen Erfolg endoprothetischer Operationen insbesondere auf Präzision, Routine und umfassende Erfahrung des Operateurs ankommt. Dr. Bruno Schweigert ist Chefarzt der Orthopädie am 2/2 Ortenau Klinikum in Gengenbach, der größten orthopädischen Fachklinik der Region. Einen Schwerpunkt der Gengenbacher Orthopädie bilden Gelenkersatzoperationen an der Hüfte, am Knie und Ellenbogen, an der Schulter und am Sprunggelenk; hier werden jährlich mehr als 1100 Prothesen eingebaut, darunter 500 Kniegelenksendoprothesen und ca. 500 Hüftgelenksendoprothesen. Zahlreiche Patienten aus ganz Baden-Württemberg suchen die Gengenbacher Orthopädie auch zur Revision ihrer Endoprothesen auf, deren Erstimplantation nicht im Ortenau Klinikum durchgeführt wurde.

[Quelle: Ortenau Klinikum]